"Langer Atem", Mittwoch 22.5. | 19 Uhr | Kunstverein Heidelberg
Langer Atem steht als Metapher für eine mit Beharrlichkeit und Ausdauer betriebene Forschung. Der Heidelberger Kunstverein nimmt sich dieser Metaphorik an und wendet sich mit einer regelmäßigen Vortragsreihe dem virulenten Thema der Künstlerischen Forschung zu. Im Mittelpunkt derer stehen häufig soziale und kommunikative Prozesse und die Produktion von „anderem“, auch abseitigem Wis-sen, jenseits der ergebnisorientierten Forschung. Künstler sind eingeladen sich mit Heidelberger Wissenschaftlern auseinanderzusetzen und mit diesen in den Dialog zu treten. Der kommende Lange Atem ist bereits die 6. Ver-anstaltung dieser Reihe.
„Der Zeit enthoben - im Raum verankert"
Ulrike Mohr, Künstlerin und Justus Weiß, Ethnobotaniker
Für den sechsten „Langen Atem“ werden sich die Künstlerin Ulrike Mohr und der Ethnobotaniker Justus Weiß mit einem zentralen Arbeitsmaterial der Künstlerin auseinandersetzen: Kohle. Die Kohle ist uns durch seine verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten bekannt: als Wärmequelle, Energieträger und künstlerisches Material. Wenn Ulrike Mohr ganze Bäume zu Kohle transformiert und diese neu zusammenfügt, friert sie die Zeit nicht nur ein, sondern konserviert sie für die Ewigkeit. Ziel des Dialogs wird es sein, dicht an der Substanz und den Arbeiten der Künstlerin ein transdisziplinäres Tableau der Kohle zu komponieren.
Ulrike Mohr lebt und arbeitet in Berlin. Ihre prozessorientierten Arbeiten nehmen im öffentlichen Raum ihren Ausgangspunkt und funktionieren über kritische Beobachtung, strukturierende Vermessung oder auch über die Einführung anderer Ordnungssysteme. Zahlreiche Ausstellungen und Beteiligungen, u.a. 5. Berlin Biennale. Sie erhielt das Istanbul-Stipendium des Berliner Senats sowie das Arbeitsstipendium und die Katalogförderung des Kunstfonds Bonn.
Justus Weiß´ (M.A.) Forschungsinteresse gilt der Verbindung von unterschiedlichen Wissensräumen, um so ein transdisziplinäres Verständnis für Pflanzen, Natursubstanzen und die mit ihnen verbundenen Prozesse zu erarbeiten.